Ulrich Schödlbauer

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Siebeier sind die besten. Draußen, unter der Zirkuskuppel, stratefunkelte der Kongress der Müden Augen. Die Müden Augen waren ein Hockeyclub, dem vor langer Zeit die Schläger ausgegangen waren. Statt neue zu besorgen, setzte man sich damals zusammen und besprach die Lage. So war die Lage noch immer.

»Ich sagte Rubikon, nicht Bubikon. Hören Sie mir überhaupt zu?«

»Dasselbe könnte ich Sie fragen. Was mich aber interessiert –:« Der Blick verriet den Physiker. Es konnte aber auch umgekehrt sein. »Wo kommt dieser Schwarm, wie Sie ihn nennen, denn her? Wer oder was hat ihn provoziert? Das erste Orbitalereignis dieses Sommers, ich bitte Sie. Mir wird ganz nass bei dem Gedanken.«

»Bleib fair, alter Schwertaal. Falscher Hals, nehme ich an. Ich möchte den Kollegen hier in jedem Punkt unterstützen. Trotzdem, in einer Sache muss ich ihm widersprechen. Sie gestatten doch, Kollege…«

»Ich gestatte gar nichts. Ich bin auch nicht Ihr Kollege. Sie wissen das.«

»Kommen Sie mir nicht mit dieser Schote. Wir sitzen jetzt seit vierzehn Jahren zusammen und reden und reden und… ja? Stellen Sie das Bier dahin. Außerdem ist es viel zu warm.«

»Wo waren wir stehengeblieben? Rubikon statt Bubikon. Ich persönlich … aber bitte … worum geht’s denn?«

»Im Rubikon findet sich alles, was Freude macht.«

»Das ist bekannt.«

»Im Rubikon tanzt die Dschamba.«

»Ist bekannt. Habe schon Karten bestellt.«

»Sie singt den Baloo.«

»Erste oder dritte Fassung? Ich meine…«

»Sie singt den Baloo.«

»Das haben wir verstanden. Kommen Sie doch einmal zur Sache, Kollege. Die Zeit ist ein kostbares Gut, sie läuft dahin und dorthin, man sollte meinen, sie zerläuft, aber das tut sie nicht, tut sie nicht. Nicht wahr? Das tut sie nicht. Was tut die Zeit? Was zum Teufel tut die Zeit? Ich frage Sie: Was tut die Zeit? Ich meine, was tut die Dschamba da?«

»Starke Frau.«

»Soso. Und das tut sie?«

 

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