Ulrich Schödlbauer

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Fac ten Chek hatte den Bürosessel ans Fenster, gerückt, blätterte in einer Broschüre und beobachtete die gegenüberliegende Häuserzeile. Sein Gesicht zeigte die leere Blässe, die Generationen von Verhandlungspartnern entzückt hatte. Der Assistent goss die Blumen und lockerte mit dem Kugelschreiber die Blumenerde. Die neue Sekretärin war nach Hause gegangen, nachdem sie sich dreimal hatte versichern lassen, dass an diesem Nachmittag keine Arbeit mehr für sie anfallen werde.

»Sagen Sie, Chef« – die Stimme des Assistent tönte, als habe sie bereits mehrfach Anlauf genommen und diesmal handle es sich um den Durchbruch, »wenn das letzte Fleckchen Erde gesäubert, der letzte Einheimische geflohen, der letzte Grenzer bestochen, der letzte Politiker umgedreht und der letzte mit Flüchtlingen überfüllte Seelenverkäufer in den Weiten der Südsee gekentert ist: Was machen wir dann? Ich meine, haben wir dafür eine Geschäftsidee ausgearbeitet?«

Das klang, als habe man ihn gerade das Fürchten gelehrt.

 

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