Renate Solbach: Zeichen

Zur Person:

Hans Büchler, geb. 2.2.1940. Mitglied des Deutschen Bundestages von 1971 bis 1994, Mitglied des Fraktionsvorstandes der SPD ab 1979. Der Agraringenieur aus Hof trat 1964 der SPD bei und stand von 1972 bis 1994 an der Spitze des dortigen Unterbezirks. Von 1966 bis 1972 amtierte er als Referent des SPD-Landesverbands Bayern und der Landtagsfraktion. Von 1976 bis 1992 war Büchler Vorsitzender der deutsch-britischen Parlamentariergruppe. Ausschüsse: November 1973 bis zur Bundestagswahl 1990 Mitglied im Ausschuss für innerdeutsche Beziehungen, 1980 bis Oktober 1993 im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages, Februar 1979 Obmann des Innerdeutschen Ausschusses, 1983 bis 1990 im Ausschuss für Post- und Fernmeldewesen, Mai bis Oktober 1990 im Ausschuss Deutsche Einheit. Auszeichnungen u.a.: C.B.E (Commander of the British Empire), Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, Bayerischer Verdienstorden.

Iablis aktuell

Thema 2020: Schach dem Wissen. Über schwarze und weiße Wissenschaft

Um ein naheliegendes Missverständnis abzuwehren: Bei diesem Jahresthema geht es nicht um Rassismus, sondern um legitime und illegitime Optionen in der Wissenschaft oder, um es weiter zu fassen, auf den tradierten Feldern des Wissens. Dass in den Wissenschaften, wie überall in der Gesellschaft, ›schwarze Schafe‹, also Betrüger anzutreffen sind, ist eher geeignet, die Fülle an Zusammenhängen zu verdecken, die sich auftun, sobald man damit beginnt, das ›Feld der Wissenschaft‹ als Schachbrett zu verstehen. So wie das Muster aus schwarzen und weißen Feldern erst die klar definierten Züge des königlichen Spiels ermöglicht, ermöglicht die Differenz erlaubt / nicht erlaubt die unübersehbare Fülle wissenschaftlicher Operationen.

Wie es um die Mechanismen zur Legitimierung und Delegitimierung von Positionen samt den dazugehörigen Strategien in der zeitgenössischen Szene steht, dafür bietet die Klimawissenschaft seit Jahren die anschaulichsten – und populärsten – Beispiele. Dabei steht sie keineswegs allein, wie selbst vergleichsweise harmlos erscheinende Disziplinen, etwa die unter die Räder der Gender-Debatte geratene Altphilologie, gelegentlich unter Beweis stellen. Einer der bestechendsten Züge von Wissenschaft besteht darin, dass es ihr immer wieder gelingt, die in der Gesellschaft aufbrechenden Konflikte um sie und ihre ›Ergebnisse‹ in sich aufzunehmen und zu reflektieren. Wissenschaft kennt keine Feindschaft, jedenfalls nicht im üblichen (oder Schmittschen) Sinne des Wortes. Das könnte Erstaunen hervorrufen, da ihr Verfahren, allgemein gesprochen, gerade der Ausschluss ist – Exklusion statt Inklusion.

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