2 male paradise fishes are fighting for territory by their mouth. Quelle: Wikimedia Commons

Weitere Informationen:

Steffen Dietzsch, geb. 1943, Professor f. Philosophie, Humboldt-Universität Berlin, Direktor des Instituts für Kulturanalyse und Alterationsforschung, Kondiaf. Publ.: Fort Denken mit Kant (1996); Kleine Kulturgeschichte der Lüge (1998, und in poln. Sprache 2000); Nietzsche im Exil (2001); Wider das Schwere. Über geistige Fliehkräfte (2002); Immanuel Kant. Eine Biographie (2003); Vernunft und Glauben. Ein philosophischer Dialog der Moderne mit dem Christentum (2006)

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Thema 2018: Die ungleichen Gleichen. Differenz als Unruhe

1 = 1. Das gehört zu den intuitiven Wahrheiten, die immer wieder das Staunen darüber anfachen, dass es Aussagen gibt, an denen zu rütteln hieße, eigene und anderer Leute Zeit zu verschwenden. Andererseits bedarf es keiner besonderen Anstrengung, zweimal denselben Ausdruck hinzuschreiben und ein Gleichheitszeichen dazwischen zu setzen. Spannend wird es dann, wenn links und rechts des Gleichheitszeichen ungleiche Terme auftauchen: A = B. Warum denn das? Muss das sein? Genügt es nicht, A = A sein zu lassen? Warum die Dinge komplizieren? Oder, da sie nun einmal kompliziert zu sein pflegen: Warum das Einfache dadurch komplizieren, dass man es einem anderen Einfachen gleichsetzt? Oder, wenn schon gleichgesetzt werden soll, was sich doch offenkundig unterscheidet, warum so eigenschaftslos, so lapidar?

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GRABBEAU · ACTA LITTERARUM