Wissen ist Macht
Nichts wissen macht nichts

ddr-parole


In der Welt gibt es Gutes und Böses und beides kämpft miteinander
ausgerechnet um ihn, hört der Mensch sagen, und den Widerspruch
reinlich bedenkend, scheidet er erstens Gott und den Teufel sauber
voneinander, denn dass Prinzipien ineinander nicht enthalten sind,
ist ihm geläufig.
Er entfernt so auf ewig den Gedanken an einen Gott,
der etwa mit dem Bösen in sich ringt, gar an einen Teufel,
der das Gute entsetzt aus seiner Brust reißt,
und darf sicher sein, hat er derart gedacht, die beiden
werden sich sein Leben lang nicht sehen.
Darum schafft er zweitens ihnen doch einen Ort der Begegnung
in dem, was auch eine Mördergrube heißt oder sein Herz,
um dort das seiner Erfahrung nach eigentliche Schauspiel der Schöpfung
- denn es hält sie in Gang - sich allen Ernstes anzusehen,
unerreichbar freilich für Verdammnis wie Erlösung, weil seine Seele
ihm zu schade zu allem ist, außer zum Perpetuum mobile.
Gleichermassen enthoben der Mühe, sich als Perverser
selbst zu zerstören wie noch über den Engel in sich hinaus zu wachsen,
füllt sich die Null seines Inneren mit Unendlichkeit, keine des etwa
möglichen Noch-Nicht, vielmehr eine des verwirklichten Gar-Nichts,
oder anders gesagt: Gutes und Böses in seiner Brust einigen sich
auf den kleinsten und gemeinsten Nenner - und der heißt EGAL.
EGAL ist ein Zustand restlos erfüllter Nichtigkeit. EGAL ist die
seitenlose Unterschiedlichkeit und beiderseitige Unentschiedenheit.
EGAL ist die Austauschbarkeit von Unschuld und Verführbarkeit.
EGAL worüber verfügt wird, EGAL wodurch man verfügbar ist,
alles bewahrend, was EGAL ist und allem erliegend, weil es EGAL ist,
bleibt DAS GROSSE EGAL als  das Keine von Beiden das Einzige,
was dabei herauskommt.
Das aber ist die LAGE.

 

 

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