Ralf Willms

 

 

Es wird so tot in mir.

Allmählich wie schalltoter Raum.

 

 

Es geht langsam in die Nacht.

 

 

Der Wohnraum wird wieder so leer.

 

 

So gewaltvoll ihr Schlag

dass ich annehmen kann

dass er deswegen so ausfällt

damit ich sofort wieder angekrochen komme.

 

 

Das tue ich aber nicht.

 

 

Ihr ganzes Verhalten zeigt, dass sie

vollkommen rücksichtslos ist

wenn ihre Grund-Bedürfnisse

von mir nicht befriedigt werden.

 

 

Das war jedes Mal so.

 

 

Und jedes Mal wehte mir Schuld entgegen, die

nicht meine ist.

 

 

Und jedes Mal konnte mein Bedürfnis sehen

wo es bleibt.

 

 

Wo ist denn jetzt ihr höheres Selbst

das mir noch jetzt wahren Segen gäbe.

 

 

Aber ich kenn sie doch

es wird kommen

sie ist empathisch, sie hat Mitgefühl.

 

 

Doch: Meine Sachen seien bereits unterwegs.

 

 

Ja typisch, das Ausgangsproblem

das ich anzusprechen wagte

wurde wieder erst gar nicht bearbeitet.

 

 

Sondern alles nur sofort

auf ihren Problemhorizont hin verschoben

und auf mein Versagen – ausschließlich – reduziert.

 

 

So schnöde, so einfach

und das bei ihrer Intelligenz.

 

 

Ansonsten war die Beziehung gut

ja stellenweise erfüllend.

 

 

II Erste Nacht der Trennung

 

 

Hat gleich so zugeschlagen, dass es mir den Körper durchschneidet.

Ihren wahrscheinlich auch.

 

 

In der Nacht steigt der Tod

unserer Beziehung immer mehr an.

Das Herz platzt in der Enge, ohne es zu können.

 

 

Bestürzende Trauer über sie als Mensch.

 

 

Ihr Mechanismus war wieder, dass sie

alles entfernen musste

um den Schmerz auszuhalten.

Ohne Empathie in diesen Momenten.

 

 

Frühgeschichte, ja.

 

 

Und was alles versuchte sie, auch in dieser Beziehung, ja.

 

 

So mit ihr zusammengeschweißt

dass sich gar nichts trennen will.

 

 

Voll Liebe

aber es geht nicht mehr.

bzw.

ich halte ihr Konfliktverhalten nicht mehr aus.

Es ging zu lang

ohne Fort-Schritt.

 

 

Ihr Selbstbild: dass ich tausend Dinge zu lernen hätte.

(Von mir aus, ja.)

Während sie die tausend an sich nicht oder (zu) wenig sieht.

Und das alles noch im Gestus des Rechthabens, der Aufklärung

der Entwicklungshilfe

während es mir vor allem schlecht geht

weil mein genuiner Horizont

gar nicht einbezogen wird.

Das kann nicht erträglich sein.

Das war möglich, als es noch nicht recht erkannt war, in einem

Übermaß an Liebe, das

sich offenbar abtrug.

 

 

Was ich von deinem Konfliktverhalten halte, habe ich dir nicht vermitteln können, über Monate nicht, und daher gehe ich nun –

 

 

Auch möchte ich auf Kränkungen gar nicht reagieren. Sprech mich mit dem Herzen an, und es ist alles besprechbar. Auch die Kündigung des Vertrauens als Attitüde wäre unangemessen, auch auf solches möchte ich nicht reagieren.

 

 

Ich möchte nicht weiter antworten, sofern abzusehen ist, und das war es in solchen Situationen immer, dass ich

in lieblose Verwicklung gerate.

 

 

Was macht jetzt deine Liebe, geht sie?

 

 

Das alles klingt nach so wenig, war es welche?

Ja.

Sie hat ihre überragenden, wundervollen Saiten.

Eine solche Zuwendungsgabe.

Und so vieles mehr.

 

 

Wie mit Krähenschnäbeln hackst du in meiner Wunde, sagte ich leise im Konflikt.

Ja, das tue ich.

 

 

und ist so frühverletzt, dass sie jede weitere Verletzung

auch solche, die eigentlich keine sind

extrem handhabt und nur

in ihre Befreiungs-Richtung deutet.

 

 

Ihre Liebe empfinde ich aber nicht als so umfassend

um mich – nach der Trennung – noch geschützt zu fühlen.

 

 

 

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