Ulrich Schödlbauer

Nun, sagen wir, in den Fluten verloren
gegangen, aus denen ihr
vielleicht auftauchen werdet,
oder die nach euch kommen,
oder die nach ihnen kommen, also verrann
unsere Zeit, die nicht die unsrige war, vielleicht
niemand gehörte oder
denen, die alles... Wer weiß.

Oft bedachten wir uns
und gründlich, weil
unsere Art
das so nahelegte,
wie es möglich sei,
dass die Guten die Bösen

und die Bösen die Guten und die... Das war
ein Fehler, ganz klar. So
verrannten wir uns. So
verrannen wir auch.

Das Gewissen der Welt
bebt unaufhörlich. Es ist
busy. ›Empört euch.‹ Nur: wie
lässt sich Empörung begrenzen?
Schon ein Ziel ist Verrat.
Naja,
auch der Hass gegen die dort
verzerrt die Züge. Die Niedrigkeit
sickert ein in den, der sie bekämpft.
Das ist die Wahrheit. Vom Zorn
verdunkelt, fälscht sie die Stimme.

Wir haben Freundlichkeit
empfangen nach menschlichem Maß, also wenig,
und haben sie ausgeteilt
nach gleichen Kräften.
Das ist nichts Besonderes.

Die finsteren Zeiten warten nicht wirklich,
sie drücken die Türen nicht ein, sie stehen
schon drinnen mit glatter Stirn und sie lachen
dich an, denn frei
sind sie geboren und gleich
da und dort und davon und kehren
rascher zurück als gedacht. Helfer
finden sie leicht. Das entzogene
Wort zieht sie an: da glänzt ihr Gebiss.

Verwechselt uns nicht. Wer nach denen kommt,
die alles nahmen, weil es bereit lag, per Zufall,
greift sich ans Hirn und bezeugt gern,
aber verweigert leicht den Eingriff, sei es,
dass die zerquetschte Hand ihm nicht hilfreich erscheint
oder die erfolgreiche allzu gefüllt.

Ihr, die ihr vergeht
in der Flut, die wir herauf
beschworen durch unser Geschick,
unberührt über die Erde zu gehen
und unberührbar, Hohepriester des Glücks,
vergesst. Seid grausam, aber
vergesst. Verlacht die Zeit,
die uns wegschließt.