Von Henri Gaudichon - Henri Gaudichon, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57739970

Thema 2019

Eine globale Weltordnung ist utopisch. Wir brauchen eine Multipolarität der Weltmächte. Und die Europäische Union muss darin ihre neue Rolle finden.

Überdehnungen und Verstrickungen des Westens in fremde Händel haben unsere Kräfte geschwächt. Im Gegenzug ist etwa der russische Nationalismus und vor allem der islamistische Universalismus erstarkt. Mit dem umgekehrten, nach innen gerichteten Universalismus von ›offenen Grenzen‹ wurden unterschiedslos flüchtenden Opfern und islamistischen Tätern Wege nach Europa geebnet.

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»Homo homini lupus«, schreibt Hobbes in De Cive (1657). Damit meint er, in heutiger Sprache ausgedrückt, dass Gewalt und Macht (das Ergebnis erfolgreicher Gewaltausübung) immer eine zentrale Rolle bei der menschlichen Vergesellschaftung spielen. Wie Aggression und Neigung zur Gewalt im Zusammenleben begrenzt werden können, ist das zentrale Thema der politischen Philosophie. Einerseits brauchen wir das staatliche Gewaltmonopol, um chaotische, private Gewalt zu minimieren. Andererseits tendieren die Amtsträger, die das Monopol ausüben, stets dazu, diese gewaltige Macht, deren Breite und Tiefe mit dem technischen Fortschritt immer weiter zunimmt, zu ihren Gunsten zu verwenden. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie das Monopol im Rahmen einer Dynastie, einer Wahlmonarchie, als kommunistische Diktatoren wie in der UdSSR oder (noch heute) in China oder als auf Zeit gewählte Inhaber der Exekutivgewalt demokratischer Staaten innehaben: Die Tendenz zum Missbrauch der Macht ist im Wesen des Menschen verwurzelt und daher immer vorhanden.

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Beim Institut für Zeitgeschichte (IfZ) ist ein Projekt »Die Geschichte der Treuhandanstalt« angesiedelt. Anhand der Treuhandakten, die seit einigen Jahren kontinuierlich in das Bundesarchiv zur Einsicht für jedermann überführt werden, forschen elf Wissenschaftler jeweils über Teilaspekte der Treuhandarbeit. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt. Zur Halbzeit fand am 31.1./1.2. 2019 das erste wissenschaftliche Symposion zur Treuhand statt, auf dem erste Forschungsergebnisse vorgestellt wurden. Das öffentliche Interesse tendierte gegen Null. Lediglich zwei Journalisten haben an der Veranstaltung teilgenommen. Das steht in einem schwer erklärlichen Kontrast zu der Tatsache, dass seit etwa einem Vierteljahr die öffentliche Aufregung über die Arbeit der Treuhand enorm angeschwollen ist. Petra Köpping behauptet in ihrem Buch Integriert erst einmal uns (2018), die Treuhand habe die (geheime) Aufgabe gehabt, die westdeutsche Wirtschaft vor der ostdeutschen Konkurrenz durch Plattmachen zu schützen. Franziska Augstein will entdeckt haben, dass das Wüten der Treuhand in Ostdeutschland schuld sei an ostdeutschem Rechtsextremismus.

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