Ulrich Schödlbauer

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II

Reisende soll man nicht aufhalten, heißt es, diesen hätte ich gern ein wenig beschäftigt, teils, um ihn festzuhalten, teils, um ihn aufzuhellen, denn hell schien er mir, als ich ihn kannte, und Schatten lagen auf ihm, als er mich nicht mehr erkannte.

Mehr als ein Reisender schien er mir anfangs, als ich ihn wusch, eine erste Handreichung, der andere folgten. Später, inmitten der Schrecken, schlug mich der Blick und das Vertrauen, das mir überall folgte.

Ja, ich habe mein Leben früh an seines gebunden, das jetzt nicht mehr ist, ausgelöscht von einem Durst nach Erwachen, der das Gefäß zerbrach, als es danach verlangte, gefüllt zu werden.

War es so schwach? War die Hand so stark, die es brach? Wenn sie das konnte, warum nicht, was einfacher, wenn auch schwieriger ist: sich beizeiten entziehen, nicht zur Unzeit, für immer.

Wo blieb der Kopf? Ein blinder Hochmut, aufgezäumt vom Geschlecht, leicht gelenkt, die billige Lesart ausgebildet zur teuren, schwer zu durchdringen und schwer auf die noch jungen Schultern drückend – mehr nicht?

Schuld? Nein. Doch wenn es Schuld gibt, dann, dass ich einst nachgab, dass ich zu Willen war der chaotischen Kraft, die ihn gebar, um ihn zu zerstören.

 

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