Ulrich Schödlbauer

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Verwaister Sommer

1

Zu viele Gedanken.
Kein Gedicht, sie
zu erfassen.

2

Was niemals war, ward wahr.
Aussuchen darfst du noch (na klar),
wohin du fällst – denn fallen wirst du bald –:
Nimm diesen Schalter. Der dort ist tot.

Da dir verklickert ist, woran du bist,
kannst du die Klage führen
als hättest du allein das letzte Wort
und wüsstest schon, wohin sie dich verbringen.

Ein Klick zuviel … zieh dir den Lappen
quer durchs Gesicht (Du sollst dich selbst verpesten,
so sprach die Herrin, denn du bist die Pest),
und sprich die vorgewärmten Worte nach.

3

Was nie
begann, das
war dann wohl nichts?

4

Da war ein Sommer, zu dem keiner kam.
Am reich gedeckten Tisch der Natur
schob sich die Angst die letzten Krümel rein
und faselte vom nahen Untergang
und wünschte sich Kasteiung bis ins letzte…
Glied, alles andre schien ihr Hekuba.

5

Das Gedicht im Halse
ersetzt nicht die Serviette.
Dichter
lebt es sich stumm.

 

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