Ulrich Schödlbauer

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In meinem Elternhaus hingen keine Honecker
niemand weinte an Stalins Todestag,
legte, verschämt oder stolzer Prolet,
Blumen aufs Grab eines Massenmörders.
Ich wurde geboren und wuchs auf
in einem freien Land
erfüllt von freien Gedanken,
in einem Land, das sich zweimal zu Tode raste,
seine Elite verbrannte
und nicht nur sie –

(jetzt wird’s politisch:)
ich wünsche in einem freien Land zu sterben,
als freier Bürger mit freien Gedanken
dem Tod entgegendenkend,
nicht der Spritze:
Ich befehle es.
Ja, ich befehle meiner Wirklichkeit,
nicht zu weichen,
bis ich sie aufgebraucht habe.
Ich befehle der Sonne meines Lebens:
Geh auf und unter, solange
ich an der Zeit bin
einer von vielen,
deren Zeit gekommen ist und wieder vergeht.
Ich weiß, du kannst es.

Nein, ich löse keine Fahrkarte für den Mars
ich habe genug an diesem Planeten
er genügt mir und ich genüge ihm.
Ich bin nicht überzeugt, dass es Aufgabe der Gezeugten ist
einen Klumpen zu erlösen,
der losgelassen im All kreist.
Ich bin nicht überzeugt, dass es Aufgabe der Gerichte ist
Welt-Erlösern die Schippe zu reichen,
das Recht der Lebenden zu vergraben,
weil eine entfernte Möglichkeit besteht
dass Kommende Gelegenheit fänden
hinter Glas zu bewundern
all das Verrottete.

Nenn es Evolution, nenn es Leben:
niemand hat es in eure feuchten Hände gelegt
niemand hat euch hinter die Kulissen geführt
niemand hat euch gebeten, Regie zu führen.

 

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