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Der Durchbruch der Haifastraße in Al-Karkh, die Entwicklung der Hochbauten entlang der Straße und die Sanierung der Altstadt gehörten zu den großen Projekten in dieser Zeit. Ergänzt wurden sie durch den Museumsbau, den Bau einer großen Moschee, Straßenverlegungen und die Entwicklung der Abu Nawas Straße.

Diese Straße wurde nach dem Dichter Abu Nawas (757-815 n.Chr.) genannt, der in Bagdad, im Zentrum der arabischen Literatur lebte. Seine Gedichte bewegten sich zwischen der Glorifizierung von Wein, Liebe und Religion. Seine kritische Haltung brachten ihn in eine schwierige gesellschaftliche Situation, denn er verfuhr nicht zimperlich mit der Herrschaft. Er starb durch Folter.

Eine der wichtigsten Straßen in Bagdad wurde nach dieser besonderen Person benannt; einer Person, die furchtlos gegenüber der Obrigkeit war. Möglicherweise eine perverse Haltung der Herrschaft. Sie bewunderten subtil den Mut dieser Menschen, die sie brutal verfolgten, bestraften und in der Regel töteten.

Abu Nawas ist eine Straße, die sich vom östlichen bis zum südlichen Teil entlang des Tigris zog. Ein Teil dieser Straße galt als städtebauliches Entwicklungsgebiet. Hier sollten exklusive Wohnbauten, Hotels, Restaurants, Schwimmeinrichtungen, Parks, Flaniermeilen, öffentliche und private Häfen entstehen mit Segelbooten, die den Tigris bestückten. Es sollte ein Erlebnisraum in unmittelbarer Nähe des Zentrums der Stadt sein. Eigentlich wie überall, ein kommerzialisiertes Zentrum in einer arabisch-sozialistischen Gesellschaft.

Nationale und internationale Architekten bemühten sich Konzepte und Lösungen zu entwickeln, die zu jener Zeit als aktuell galten. Dazu kamen natürlich, wie bis heute gewohnt, Elemente arabischer Architekturen. Somit entstand in der Formgebung eine Art eklektischer Entfaltung, die sich in der Gestaltung der Fensterbögen, Arkaden und Ornamente manifestierte.

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