Forum Stadt

»Die Präsenz einer vormodernen Geschichte im Alltag des heutigen Städters ist das erste Merkmal europäischer Urbanität«.

Das zweite Merkmal »… beinhaltet die Hoffnung, sich als Städter aus beengten politischen, ökonomischen und sozialen Verhältnissen befreien zu können.«

Und »drittens ist die europäische Stadt Ort einer besonderen, eben urbanen Lebensweise …« – die Polarität von Öffentlichkeit und Privatheit.

So der Stadtsoziologe Walter Siebel

 Bekanntlich wird der Verstädterungsprozess in den nächsten Jahren mehr oder minder abgeschlossen sein. Bereits heute lebt die Hälfte der 6,7 Milliarden Weltbevölkerung in Städten.

Weltweit sind also massive Urbanisierungsprozesse im Gang. Während die Städte wachsen, gehen dörflich (autochthon) geprägte Gesellschaftsformen immer weiter zurück. Parallel dazu stellen wir fest, dass nicht nur die Bevölkerung in agrarischen Regionen schrumpft, auch Städte – in Asien wie in Europa – verlieren Einwohner. In Europa werden 2050 weniger Menschen leben als heute.

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Zu den größten zivilisatorischen Errungenschaften der Menschheit gehört die Stadt. Weltweit ist sie zur gleichen Zeit entstanden. Ihr Wesen ist die Verdichtung urbaner Bedürfnisse, die entsprechend den physischen Raum erzeugen. Wachsen, Anpassen, Verändern, Abschaffen und Ergänzen gehören zu ihrem Alltag. Ihre Wandlungsfähigkeit resultiert aus den Bedingungen, die sie für Entfaltung und Kreativität braucht. Sie greift das Neue und das Andre auf und bleibt zugleich ein Unikat. Sie ist ein Sehnsuchtsort individueller Utopien und Anziehungspunkt für alle, die die Gestaltung ihres Lebens in die eigenen Hände nehmen. Somit ist sie für den Einzelnen ein Ort der Freiheit, des kulturellen Austauschs, der individuellen Entfaltungsmöglichkeit, der Bildung und der Selbstverwirklichung und Ort für verschiedenste Optionen der persönlichen Lebensführung. Die Stadt ist Ort des Experiments und Marktplatz der Möglichkeiten für den Einzelnen wie für Gruppen von Menschen, die sich immer wieder neu zusammenfinden und erfinden müssen. Sie ist aber auch Ort von Konflikten, von Bedrohung und Existenzangst, des Scheiterns und Verlierens, der Vereinzelung und Ausgeschlossenheit.

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