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Der Freund und ich haben die Nachtgänge durch die Altstadt fortgesetzt. Sie wurden uns für einige Zeit fast zur Gewohnheit, boten Gelegenheit zu Gesprächen, wobei die Umgebung und das Geschehen um uns herum mal Anregung, mal Ablenkung waren. Mitunter gerieten wir, ohne es zu merken, an merkwürdige Orte, die wir noch nicht kannten. Sie weckten unsere Neugierde, das Gespräch wurde für eine Weile unterbrochen und wir wandten uns der Erkundung des Neuen zu. Dann wieder kamen wir vor der Fassade eines alten Stadtpalastes oder einer Moschee zum Stehen, die im gedämpften Licht schwach erleuchteter Gassen und Plätzchen wie Kulissen in einem ägyptischen Film wirkten. Klassifizierte historische Monumente, auch sie vom graubraunen Wüstensand überpudert, als wollten sie nichts besonderes unter den anderen verfallenden Häusern sein. Die mittelalterlichen ayyubidischen und fatimidischen Bauten geben sich bei aller Ausgewogenheit ihrer Proportionen, bei aller Perfektion und Schönheit im Detail eher bescheiden. Nichts von dem statuarischen Repräsentationszwang pharaonischer Tempel und Denkmäler, auch nichts von dem verspielten, amüsanten Kitsch der späten Khedivenpaläste.

»… everywhere rise the unsightly and ill-built palaces in which viceroyal extravagance and ostentation have found an outlet. Not one of all these huge buildings is other than an eyesore …«

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