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Aber genau das wollten wir im vorliegenden Stadtführer vermeiden: nach Ethnien und Sprachen vorzugehen. Auch auf literarische Epochen wurde weitgehend verzichtet.

Unterm Strich kann man die Vielfalt von Ansätzen, einen Literaturstadtführer zu gestalten, vielleicht so einteilen: Führungen durch die Literatur; Führungen zu Literatur; Führungen zu Literaturstätten; Stadtführungen anhand der Literatur; Führungen mithilfe der Literatur.

Wir haben uns für dieses Mal dafür entschieden, die wichtigsten städtischen Orte und Bauten mit den vorhandenen, gefundenen, uns zugänglichen literarischen Zitaten zu illustrieren oder, besser gesagt, zu begleiten. Das ist sicherlich das einfachste Verfahren.

Natürlich waren wir stets bemüht, dabei auch den ästhetischen und literaturhistorischen Kriterien der in Frage kommenden Fragmente gerecht zu werden und nach einer gewissen Randordnung vorzugehen, bei der literarisch anspruchsvollere Auszüge soweit möglich den weniger bedeutenden vorgezogen wurden.

Hier begleiten literarische Zitate die wichtigsten Baudenkmäler und Erinnerungsorte. Belegen sie. Bringen die literarischen Eindrücke, Beschreibungen, Zeugnisse von einzelnen Stadtorten und Gebäuden. Gewiss der einfachste Weg, der hier eingeschlagen wird.

In unserem Fall haben wir uns für dieses entschieden: es ist ein Reiseführer, der literarisch zitiert, illustriert, untermauert, ergänzt. Auch andere Arten von literarischen Stadtführern sind möglich. Manche werden vielleicht sogar aus unserer Hand noch kommen.

Denn eines sind Literatur und Stadt dennoch nicht: sie sind nicht deckungsgleich, sie nähern sich bloß asymptotisch an.


 

Über den Autor

Jurko Prohasko, 1970 in Iwano-Frankiwsk geboren, ist Literaturwissenschaftler, Autor und Übersetzer und gilt als einer der wichtigsten Kulturvermittler zwischen der Ukraine und Deutschland. Prochasko hat u.a. Werke von Kafka, Rilke, Roth, Jünger, Freud und Musil übersetzt. Im Jahr 2008 wurde er mit dem Friedrich-Gundolf-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet; 2010 wurde er in die Sächsische Akademie der Künste aufgenommen. Er lebt in Lemberg.

 

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